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Fast 34 Millionen Briefkästen …

in Deutschland sind noch ohne “Keine Werbung”-Aufkleber. Die meisten Menschen möchten allerdings gar keine Werbung erhalten. Sie verstopft den Briefkasten, zerknittert die wichtige Post und ist reine Verschwendung.

Deutschland ist einer der größten Verbraucher von Papier weltweit. Um den deutschen Papierhunger zu stillen, werden Urwälder abgeholzt - zum Beispiel in Indonesien und Kanada - oder Forstplantagen bewirtschaftet. Wo heute Wirtschaftswälder sind, waren früher Naturwälder. Die Tiere können in den Monokulturen nicht überleben und sterben aus, die Forstwirtschaft verschmutzt das Wasser und laugt den Boden aus und entzieht auch den Menschen die Lebensgrundlage.

Die Papierwirtschaft ist eine der energie- und wasserintensivsten Industrien in Deutschland: Bei der Herstellung einer Tonne Papier werden fast eine Tonne CO² produziert und 10.000 Liter Wasser verbraucht. Als wäre das alles nicht schon genug, werden die Werbeprospekte häufig zusätzlich in Plastik eingeschweißt, wovon vieles unbemerkt im Altpapier landet. Noch dazu ist unangeforderte Werbung lästig, invasiv und nimmt einfach zu viel Platz im Briefkasten ein. Genug Gründe, um der Werbung den Kampf anzusagen.

 

Die ökologischen Folgen
der Papierproduktion

abgeholzt

Noch immer werden Urwälder, wie in Rumänien, Kanada und Indonesien, für die Papierproduktion gerodet. Aber auch Holz aus Plantagen und Wirtschaftswäldern ist nicht viel besser: An ihrer Stelle gab es früher extrem artenreiche und gut funktionierende Ökosysteme.

Die Bewohner der Regionen, in denen im großen Stil Holz angebaut wird, verlieren ihre landwirtschaftlichen Flächen und werden durch die giftigen Fabrikabfälle gesundheitlich stark beeinträchtigt.

 
 
buch

Wir glauben daran, dass Papier ein sehr guter und nachhaltiger Rohstoff ist. Ein gedrucktes Buch mit einer wunderschönen Geschichte in der Hand zu halten fühlt sich für uns besser an als der kalte Bildschirm eines E-Readers. Es ist gut, dass Supermärkte jetzt vermehrt Papiertüten statt Plastiktüten anbieten (für den Fall, dass man seine eigene Tasche einmal nicht dabei hat). Das Durchblättern eines besonders gestalteten Magazins entspannt uns mehr als ein Social Media Feed und Papieranleitungen helfen uns dabei, unsere neuen Möbelstücke richtig aufzubauen.

Es bricht uns aber das Herz, wenn Millionen von Bäumen gefällt, mit chemischen Prozessen behandelt und mit giftiger Farbe bedruckt werden. Nur um dann unbeachtet in den Müll geschmissen zu werden.

Deshalb möchten wir einen Beitrag leisten und dafür sorgen, dass jeder Deutsche Briefkasten einen “Keine Werbung”-Aufkleber trägt. Mach auch Du mit!

 

Quellen

  • ZMG Mediaservice, Werbeverweigerer, Stand: März 2018, aufgerufen am 24. Oktober 2018. Quelle: https://www.die-zeitungen.de/fileadmin/files/documents/02_die-zeitungen.de_ab_Mai_2016/3_Argumente/Werbeverweigerer_Maerz_2018.xlsx

  • Umwelt Bundesamt, Papier und Druckerzeugnisse (Feb. 2015). Aufgerufen am 25. Oktober 2018. Quelle: https://www.umweltbundesamt.de/papier-druckerzeugnisse#textpart-2

  • http://www.pro-regenwald.de/hg_papier

  • http://www.ensuite.ch/die-werbeverweigerer

  • https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/vertraege-reklamation/werbung/briefkastenwerbung-wie-sie-sich-gegen-unerwuenschte-werbung-wehren-10418